Grundsteuerreform in Ba-Wü: Handwerker plädieren für das Flächenmodell und Schutz von Betriebsgrundstücken

Die Landesregierung hat vor, die Grundsteuer künftig nach dem Bodenwertmodell zu erheben. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hingegen hat sich im Verbändeanhörungsverfahren für das Flächenmodell ausgesprochen. Der Grund: Die vom Handwerk favorisierte Variante schließt automatische Steuererhöhungen anhand von Schwankungen der Bodenrichtwerte aus.

„Dass das Land bei der Grundsteuer einen unbürokratischeren Weg gehen will und das Bundesmodell übernimmt, finden wir sehr gut“, lobt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold (siehe Foto). Wichtig sei ihm auch, dass keine strukturelle Erhöhung des Steueraufkommens vorgesehen sei. „Ob dies am Ende aber auch gelebt wird, ist Sache der Kommunen – Stichwort Hebesätze. Wir werden ein waches Auge haben und die Aufkommensneutralität gegebenenfalls lautstark einfordern.“

Planungssicherheit für die Betriebe wichtig

Allerdings sei das vom Land bevorzugte Bodenwertmodell nicht der Favorit des Handwerks: „Da für unsere Betriebe Planungssicherheit ein wichtiger Faktor ist, plädieren wir für das genauso einfache Flächenmodell. Es hängt nicht von schwankenden Bodenrichtwerten ab und schließt automatische Steuererhöhungen aus. In einem Gebiet im Stuttgarter Umland ist der fragliche Wert bei der letzten Neubewertung beispielsweise um 38 Prozent gestiegen“, erläutert Reichhold. Der Vorteil des Flächenmodells liege darin, dass eine Steuererhöhung einen Beschluss durch den Gesetzgeber oder Gemeinderat voraussetze.

Sollte das Land dennoch nicht vom Bodenwertmodell abrücken, sei der 30-prozentige Abschlag auf Ebene der Steuermesszahl für Gebäude, die überwiegend Wohnzwecken dienen, aus Sicht des Handwerks ungerecht. „So verständlich der Ansatz, Wohnen zu begünstigen, auch sein mag: Es geht nicht an, dass alle übrigen Grundstücke bei gleichem Bodenrichtwert stärker belastet werden. Unsere Betriebe entrichten bereits Gewerbesteuer – und die dient ebenfalls dazu, kommunale Infrastrukturen zu finanzieren“, argumentiert Reichhold.

Abgaben Gewerbefläche den Wohngebäuden gleichstellen

Das Handwerk fordert daher neben dem Abschlag für Wohngebäude einen gleich hohen Abschlag für Gewerbeflächen, gegebenenfalls begrenzt auf Betriebsgrundstücke für kleine und mittlere Unternehmen. Zumal es im Land nicht nur einen Mangel an Wohnraum, sondern auch an kleinen Gewerbeflächen gebe.

(Quelle: BWHT)

Neue nachhaltige Rennserie mit Wasserstoff-Autos soll den Motorsport beleben – und Werbung für die Wasserstofftechnologie machen

Mit 81 Jahren nochmal was reißen – das kann nur ein Mittelständler sein. Und Schwabe dazu. Hans Werner Aufrecht ist beides. Der Gründer von Mercedes AMG kümmert sich jetzt als Aufsichtsratschef beim Unternehmen HWA AG mit Sitz in Affalterbach (Landkreis Rems-Murr) um die Zukunft des Motorsports. Seine Vision und die der Partner von ADAC, Dekra und DMSB (Deutscher Motor Sport Bund): Ab dem Jahr 2023 soll mit der HYRAZE League die weltweit erste Automobil-Rennserie an den Start gehen, die auf umweltfreundlich produzierten Wasserstoff als Energieträger setzt.

Es entsteht eine nahezu emissionsfreie, sichere und zukunftsfähige Form des Motorsports, die zugleich Entertainment auf der Höhe der Zeit bietet. Die Rennen werden mit 800 PS starken Wasserstoff-Autos ausgetragen. Die Energie für den emissionsfreien Antrieb liefert grüner Wasserstoff, der in den beiden Brennstoffzellen der Rennfahrzeuge in Strom für die 4 Elektromotoren umgewandelt wird. Was uns als Liberaler Mittelstand freut: Das Projekt hat seine Heimat in Baden-Württemberg. Vor wenigen Tagen wurde es bei der Dekra in Stuttgart vorgestellt. Beteiligt sind außerdem die Schaeffler AG und der E-Sport-Verband WESA.

Fahrzeug fängt Bremsstaub ein, danach wird er entsorgt

Die HYRAZE League geht nicht nur beim Antriebskonzept neue Wege. Einzigartig im internationalen Rennsport wird auch das Bremssystem der allradgetriebenen Fahrzeuge. Denn jeglicher anfallende Bremsstaub entweicht nicht unkontrolliert in die Umwelt, sondern wird im Fahrzeug aufgefangen und im Nachhinein umweltneutral entsorgt. Spezielle, aus schnell nachwachsenden Rohstoffen entwickelte Reifen sorgen außerdem für eine Minimierung des Reifenabriebs. Zusammen mit einer strikt limitierten Anzahl von Reifen reduziert sich die Feinstaubbelastung wesentlich.

Prototyp des Wasserstoff-Rennwagens

Auch für die Rennfahrer hat die neue Technologie einen bedeutenden Vorteil: Durch das auf Sprintrennen optimierte Energiekonzept können sie die volle Performance des Fahrzeugs über die gesamte Renndistanz nutzen. Durch die Möglichkeit, die beiden Tanks während eines Rennens schnell zu befüllen – ein grundlegender Vorteil, den die Wasserstofftechnologie gegenüber rein batterieelektrischen Fahrzeugen bietet – könnten die Rennen jederzeit auf Langstreckendistanzen erweitert werden.

Gleiches Material für alle Teams

Die Karosserieteile werden aus einem Naturfaser-Verbundwerkstoff hergestellt und können von den Teams frei nach ihren Vorstellungen gestaltet werden. Damit ist sichergestellt, dass jeder seine individuelle Designsprache und Karosserieform wählt. Klare Regeln im Bereich der Aerodynamik sorgen dafür, dass trotz freier Karosseriegestaltung kein kostenintensiver Aerodynamik-Wettbewerb entsteht. Unter der Außenhaut basiert die Technik der ersten Fahrzeuggeneration im Wesentlichen auf Einheitsbauteilen, die von den an dem Projekt beteiligten Technologiepartnern entwickelt werden. Der ganzheitliche Ansatz sorgt dafür, dass mit der HYRAZE League eine umweltfreundliche und technologietreibende Form des Motorsports entsteht.

Neuer Ansatz: Team aus realem Fahrer und E-Sport-Fahrer

Mit einer neuartigen Verknüpfung von E-Sport und realem Motorsport geht die HYRAZE League außerdem neue Wege, um nicht nur die Fans an der Strecke, sondern auch die digitalaffine Zielgruppe anzusprechen und zu begeistern. Die Teams haben für jedes Auto zwei Fahrer – einen für die realen Wertungsläufe und einen, der an den gleichfalls zur Meisterschaft zählenden E-Sport-Events teilnimmt. Die Ergebnisse beider Rennen fließen zu gleichen Teilen in die Meisterschaftswertung ein, sodass am Ende ein Team als Gesamtsieger beider Disziplinen gekürt wird – ein absolutes Novum im Motorsport. Die WESA (World eSports Association) gestaltet als Serienpartner die Entwicklung der Rahmenbedingungen im virtuellen Umfeld maßgeblich mit, um die HYRAZE League Sim Wettbewerbe auf absolutes E-Sport top Niveau zu heben. Regelwerke, Schiedsgerichtsbarkeit und die faire Einbindung von Teams und Gamern sind die WESA Kernkompetenzen in der Welt der elektronischen Spiele.

Er lebt noch: schwäbischer Ingenieurgeist

Das Gesamtkonzept und wesentliche Komponenten des Fahrzeugs entwickeln die Engineering-Experten der HWA AG. Teil dieses Konzepts ist ein bewusster Verzicht auf aerodynamischen Abtrieb, was zur Freude der Fans Überholmanöver erleichtern wird und Action auf der Strecke garantiert. Der fehlende Anpressdruck sorgt für einen längeren Bremsweg, was neben dem sportlichen Aspekt vor allem einer optimierten Energie-Rückgewinnung durch Rekuperation zugutekommt. Die während des Bremsvorgangs gesammelte Energie wird kurzfristig in kompakten Hochleistungs-Batteriezellen gespeichert.

Firmensitz von HWA in Affalterbach bei

Die HWA AG ist ein 360°-Engineering-Experte in den Bereichen Automobilrennsport und Hochleistungsfahrzeuge. Das 1998 von Hans Werner Aufrecht gegründete Unternehmen bietet ein Leistungsportfolio von der Konstruktion sämtlicher Fahrzeugkomponenten bis hin zur Fertigung von Gesamtfahrzeugen in Verbindung mit den entsprechenden Logistik-, Aftersales- und Support-Dienstleistungen.

Schaeffler: Steer-by-Wire-System und Torque Vectorin

Der weltweit führende Automobilzulieferer Schaeffler ist bei diesem Projekt als Innovations- und Technologiepartner für Komponenten wie Elektromotoren und Lenkung federführend beteiligt. Das im Fahrzeug implementierte Steer-by-Wire-System übernimmt die Steuerung  der Lenkung, durch rein elektronische Impulse. Die mechanische Verbindung über die  Lenksäule kann damit vollständig entfallen – ein Vorteil insbesondere auch für autonom agierende Fahrzeuge. Vernetzt über intelligente Steuerungssysteme werden Fahrdynamikfunktionen, wie z.B. Torque Vectoring, möglich.

Die HYRAZE League liefert durch den Einsatz von modernster Technik in allen Bereichen wichtige Impulse für den Technologietransfer und ist so die optimale Entwicklungsplattform für die Mobilität der Zukunft. Außerdem ist sie ein Zeichen für den Automobilstandort Baden-Württemberg und den Erfindergeist rund um neue Antriebsvarianten.

Ein Präsentationsvideo über HYRAZE gibt es bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=zuNfbna8Imo

(Copyright Fotos: PR/HWA AG)

 

LIM-Veranstaltung am 30. September 2020 in Reutlingen: Mobilität der Zukunft – Batterieelektrisch und/oder Wasserstoff betrieben?

Je nachdem, wie die Mobilität in den nächsten Jahren aufgestellt sein wird, hat dies positive oder negative Folgen für den Automobilstandort Baden-Württemberg. Und für mittelständische Zulieferbetriebe und Dienstleister, für Arbeits- und Ausbildungsplätze. Wir legen allen Interessierten deshalb eine Podiumsdiskussion inklusive Online-Live-Stream ans Herz: „Mobilität der Zukunft – Batterieelektrisch und/oder Wassserstoff betrieben?“ am 30. September 2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Reutlingen (ACHTUNG: geänderter Ort!)

Mitveranstalter ist der LIM-Kreisverband Reutlingen/Zollernalb, Initiator die Reinhold-Maier-Stiftung.

Um was wird es gehen?

Neue Formen der Mobilität werden gravierende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, unsere Städte und unseren Alltag haben. Auch die vielfältigen Anforderungen an modernen Autos steigen. Mit dem Automobil der Zukunft müssen die Straßen sauberer werden. Eine einseitige Strategie ist hier ist ein Irrweg, vielmehr sollte technologieoffen gedacht werden.

Bei der LIM-Veranstaltung beleuchten renommierte Experten die Formen und Einsatzmöglichkeiten des Automobils der Zukunft. Wo liegen Chancen und Risiken? Wo sollte die Politik und Wirtschaft regulative und technische Rahmenbedingung vielleicht neu definieren? Wie kann eine umweltfreundliche Mobilität in Zukunft aussehen? Welche Antriebstechnologie wird sich vor allem durchsetzen können?

Wer diskutiert mit?

Den Organisatoren um Markus Gratz und Enrico Löhnhart vom LIM-Kreisverband Reutlingen/Zollernalb ist es gelungen, Top-Referenten zu verpflichten. Moderiert wird der Fachtalk von Verena Neuhausen (SWR):

• Dr. Hans-Ulrich Rülke (FOTO): FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag und Spitzenkandidat für die Landtagswahlen im März 2021. Seit zwei Jahren ist er auch Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktionen im Bundespräsidium

• Björn Noack: Director bei Robert Bosch GmbH. Er ist der zentraler Koordinator für nachhaltige Mobilität im Geschäftsbereich Powertrain Solutions

• Dr. Wolfgang Fischer: Prokurist bei E-Mobil BW. Die landeseigene Innovationsagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive vernetzt Wissenschaft und Wirtschaft im Lande

Dr. Stefan Dwenger: Director Product Engineering Fuel Cell System beim Automobilzulieferer ElringKlinger AG in Dettingen/Erms

Das Abschlusswort hält der LIM-Landesvorsitzende Dr. Thilo Scholpp. Er tritt als Landtagskandidat im Wahlkreis Stuttgart IV für die FDP an. Wirtschaft und Sicherung des Automobilstandortes Region Stuttgart bilden zwei Kernthemen seines Wahlkampfes.

Für das Grußwort konnten die Veranstalter Rudi Fischer, MdL/Wahlkreis Hechingen-Münsingen gewinnen.

Wo findet die LIM-Veranstaltung statt?

Stadthalle Reutlingen, Otto-Kalbfell-Platz 8, 72764 Reutlingen

30. September 2020 um 18 Uhr.

Sowie Livestream auf dem Facebook-Kanal:  www.facebook.com/lim.bawue

(Copyright Fotos: PR)

 

KI-Innovationswettbewerb: KMU bis 500 Mitarbeiter können bis zu 75.000 Euro beantragen

Bis zum 2. bzw. 14. Oktober 2020 können sich KMU im Land für den „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg“ bewerben. Es gibt zwei Möglichkeiten: Eine Firma entwickelt eigenständig oder beteiligt sich an einem Verbundforschungsprojekt.

KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für einzelbetriebliche Vorhaben

Diese Förderung „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für einzelbetriebliche Vorhaben: Entwicklung Künstlicher Intelligenz für neue Produkte und Dienstleistungen“ richtet sich an Unternehmen mit weniger als 500 Angestellten und einem Vorjahresumsatz von höchstens 100 Millionen Euro. Es werden Vorhaben gefördert, die die durch eine innovative Entwicklung von KI die Marktreife von neuen bzw. erheblich verbesserten Produkten und Dienstleistungen beschleunigen. Voraussetzung zur Förderung ist neben der Beschäftigtenzahl und dem Umsatz auch der Sitz bzw. die Niederlassung des antragstellenden Unternehmens, der in Baden-Württemberg liegen muss.

An dem Vorhaben darf nur ein Unternehmen beteiligt sein, Verbundprojekte sind nicht förderfähig. Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 25 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten des Vorhabens, für KMU gilt ein höherer Fördersatz: Bei kleinen Unternehmen beträgt die Fördersumme bis zu 45 Prozent, bei mittleren Unternehmen bis zu 35 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Anträge für diesen Förderaufruf können noch bis zum 2. Oktober gestellt werden.

KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für Verbundforschungsprojekte:

Der „KI-Innovationswettbewerb Baden-Württemberg für Verbundforschungsprojekte“ steht unter dem Motto „Wissens- und Technologietransfer stärken“ und fördert Konsortien, die aus mindestens zwei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus Baden-Württemberg sowie mindestens einer Forschungseinrichtung bestehen. Das maximale Fördervolumen beträgt 300.000 Euro pro Projekt, der Höchstsatz der Förderung pro KMU liegt bei 75.000 Euro. Konsortien können sich noch bis zum 14. Oktober bewerben.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Copyright Foto: Simon Raffeiner/SCC. Motiv: Neuer Hochleistungsserver für KI-Awendungen am KIT Karlsruhe: Bei den Computersystemen vom Typ DGX A100 handelt es sich um einen Server mit jeweils acht NVIDIA A100 Tensor Core GPUs. Gemeinsam erbringen die acht Beschleuniger eine Rechenleistung von 5 AI-PetaFLOP/s)

 

Hilfe für Schulen in freier Trägerschaft im Land: Sofortprogramm für private Bildungsanbieter mit 12 Millionen Euro

Durch die Corona-bedingten Schließungen verzeichneten die Schulen in freier Trägerschaft (Privatunternehmen) erhebliche Einnahmenverluste. Das Land hat zum Glück auch hier ein Sofortprogramm und Liquiditätshilfen auf den Weg gebracht.

Der Liberale Mittelstand in Baden-Württemberg begrüßt diese Maßnahmen, weil ein breites schulisches Angebot den Wettbewerb fördert und Eltern die Wahlfreiheit lässt, wohin sie ihre Kinder schicken wollen. LIM-Landesvorsitzender Dr. Thilo Scholpp: „Privatschulen im Land bieten alternative Lernangebote, viele unterrichten auch bi-lingual oder in englisch. Sie sind für viele Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland ein Kriterium bei der Wahl des Job-Standortes.“

Wie hilft das Land konkret?

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Schulen in freier Trägerschaft einen Ausgleich für entgangene Betreuungsgebühren erhalten. Dafür sind insgesamt 11,8 Millionen Euro vorgesehen. Zur Milderung der während der Schulschließungen entstandenen Liquiditätsengpässe werden zudem die monatlichen Abschlagszahlungen über einen Zeitraum von drei Monaten um jeweils drei Millionen Euro erhöht. Somit werden die freien Schulen unter dem Strich mit insgesamt knapp 21 Millionen Euro kurzfristig finanziell unterstützt.

„Die Schulen in freier Trägerschaft mussten in der Zeit der Schul- und Kitaschließung auf erhebliche Einnahmen aus Betreuungsverträgen verzichten. Diese Einnahmenverluste stellen aktuell das größte finanzielle Problem für diese Schulen dar. Die Schulen in freier Trägerschaft sind unverzichtbar für unser Bildungswesen, deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass wir sie in der Krise schnell und unbürokratisch unterstützen“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU).

Sofortprogramm für entgangene Betreuungsgebühren

Das Sofortprogramm in Höhe von knapp zwölf Millionen Euro kompensiert die entgangenen Betreuungsgebühren im Zeitraum April bis Mitte Juni. Nicht nur die Kommunen, sondern auch die Schulen in freier Trägerschaft bieten Betreuungsangebote für Familien an, wie etwa die verlässliche Grundschule, flexible Nachmittagsbetreuung oder Schülerhorte.

Das Land beteiligt sich zwar mit einem 200-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm für Familien und kommunale Einrichtungen an den Kosten der Kommunen, wenn diese aufgrund der Corona-Pandemie auf Elternbeiträge und Gebühren für geschlossene Kitas, Horte und andere Betreuungseinrichtungen verzichten. Bei den Schulen in freier Trägerschaft kommt davon bislang leider so gut wie nichts an, da die Kommunen entsprechende Anträge bis auf wenige Ausnahmen flächendeckend ablehnen.

Verbesserung der Liquidität von Schulen in freier Trägerschaft

Die Schulen in freier Trägerschaft verzeichnen in verschiedenen Bereichen Einnahmeausfälle. Deshalb wird das Land ihre Liquidität vorübergehend durch erhöhte Abschlagszahlungen verbessern. Private Schulen erhalten die Zuschüsse des Landes normalerweise zunächst über Abschlagszahlungen. Die Träger gehen somit bis zur Schlussabrechnung in Vorleistung, die üblicherweise über die erwarteten Einnahmen abgesichert werden.

„Wenn die Einnahmen aber wegbrechen, können die Träger die Vorfinanzierung nicht wie bisher stemmen. Wir lösen dieses Problem nun dadurch, dass wir die Zuschüsse in voller Höhe auf Basis der vorläufigen Kopfsätze für das Jahr 2020 auszahlen und nicht wie bisher als Abschlag auf Basis der Kopfsätze aus dem Jahr 2019“, sagt Ministerin Eisenmann.

(Copyright Foto: Coaching4future.de, 2020)

Breuninger unterstützt ein Start-up für digitale Bildbearbeitung in Stuttgart. Neue Strategie für das Handelshaus

Der Handel steckt in einer großen Krise. Neue Ideen sind gefragt – oder neue Geschäftsfelder und Kooperationen. Das Fashion- und Lifestyle-Unternehmen Breuninger geht mit gutem Beispiel voran und investiert in das Stuttgarter Startup autoRetouch. Das Produkt unterstützt derzeit die Automatisierung sich wiederholender, jedoch äußerst wichtiger Bildbearbeitungsschritte wie Hintergrundentfernung und Hautretusche. Durch die Automatisierung dieser Aufgaben können Benutzer die durchschnittliche Bearbeitungszeit sowie Verarbeitungskosten deutlich senken.

KI-gestützte Massenverarbeitung von Bildern

Die Services von autoRetouch können mit maximal 10 Bildern kostenlos getestet werden. Weitere Bilder können flexibel auf Pay-as-you-go Basis verarbeitet werden. Basierend auf einem KI-System bietet das Unternehmen derzeit eine Software as a Service (SaaS)-Plattform für die automatisierte Massenverarbeitung von Modeproduktbildern an. An der Erweiterung der Plattform um die automatisierte Massenverarbeitung auch für weitere Produktbildkategorien zu ermöglichen (z.B. Elektronikartikel) wird bereits gearbeitet.

Premiere für Breuninger

Seit Bestehen setzt sich Breuninger für einen attraktiven Handel ein und treibt stetig Neuerungen und Modernisierungen voran. Nun hat das Unternehmen erstmalig in ein Startup investiert. Damit unterstützt Breuninger das Gründerteam bei der Weiterentwicklung und Verbreitung einer effizienten Technologiesoftware mit globaler Relevanz für den E-Commerce.

„Mit der Entscheidung, autoRetouch als eigenständiges Unternehmen auszugründen und uns wirtschaftlich an einem Technologie-Startup zu beteiligen, entwickeln wir Breuninger weiter und erschließen neue Themenfelder. Gerade für uns als Multichannel-Retailer sind zukunftsweisende Neuerungen im Bereich E-Commerce essentiell. Diesen Innovationsprozess möchten wir durch unser Engagement bei autoRetouch nachhaltig vorantreiben“, so Breuninger-CEO Holger Blecker.

Idee aus der Data Sciene Abteilung des Unternehmens

autoRetouch ist im Zuge einer Projektarbeit der Data Science Abteilung von Breuninger entstanden. Bei der Bewertung der Projektergebnisse wurde deutlich, dass die automatisierte Bildverarbeitung von Modeproduktbildern ein universelles Wertversprechen hinsichtlich Bearbeitungszeit und Kostensenkung für Unternehmen im E-Commerce Bereich darstellt.

Um dieses enorme Marktpotential optimal zu nutzen, wurde autoRetouch im Januar 2020 als eigenständige GmbH ausgegründet. Heute wird die weltweit erste automatisierte Bildverarbeitungsplattform bereits von zahlreichen Kunden genutzt. autoRetouch beschäftigt mittlerweile 14 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Stuttgart.

Mehr Infos: autoretouch.com

(Copyright Foto: PR/Breuninger)

Familienfreundlichkeit & Familienpolitik – Online-Veranstaltung des LIM-Kreisverbands Bodensee-Oberschwaben am 28. August

Was hat Familienfreundlichkeit mit Unternehmen und Selbstständigen zu tun? Sehr viel, denn nur es wenn daheim läuft, Kinder und Familie optimal versorgt sind, dann können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder der Inhaber effizient arbeiten.  Schon vor, aber besonders durch Corona, wurden viele Familien vor völlig neuen Herausforderungen gestellt. Deshalb hat sich der Kreisverband des Liberalen Mittelstands Bodensee-Oberschwaben in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der FDP in Lindau zum Ziel gesetzt, die politischen Stellen, wie auch die Unternehmen und Privatpersonen dafür zu sensibilisieren und neue Akzente zu setzen, um den Familien das Leben zu erleichtern.

Fraktionssprecher Familie und Senioren aus Bundestag

„Familienfreundichkeit im Landkreis stärken“ heißt deshalb eine Online-Veranstaltung, die am 28. August 2020 um 19 Uhr stattfinden wird. Mit einer Keynote dabei und offen für Fragen und eine Diskussion ist Grigorios Aggelidis, MdB der FDP und der Fraktionssprecher für Familien und Senioren. In der Online-Veranstaltung soll es um die Folgen der Corona-Krise für Familien gehen, aber auch um Ideen für eine sinnvolle kommunale Infrastruktur, betriebliche Angebote und Unterstützung für Familien. Aggelidis wird auch  auf das FDP-Konzept Kinderchancengeld, Digitalisierung von Familienleistungen sowie Elterngeldreform eingehen.

Jetzt anmelden für die Online-Veranstaltung

Da das Thema landesweit von Relevanz ist, freut sicht der LIM-Kreisverband Bodensee-Oberschwaben auch über Teilnehmer/innen aus anderen Teilen von Baden-Württemberg oder Bayern. Der Kreisverband ist der erste, der länderübergreifend Ende 2019 gegründet wurde.

Sie haben Interesse? Melden Sie sich bitte an unter veranstaltungen@fdp-lindau.eu ,um den Zugangslink zu erhalten.

Die Initiatorin der Web-Veranstaltung und Vorsitzende des LIM-Kreisverbandes Nicole Rauscher beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Familienfreundlichkeit. Selbst Mutter eines Sohnes und stets berufstätig, erfuhr sie am eigenen Leib, wo die Hindernisse sind und wo man als Alleinerziehende an Grenzen stößt. Umso mehr liegt ihr diese Impulsveranstaltung am Herzen. Dabei hofft sie auf einen regen Austausch und einen Anstoß für eine familienfreundliche, liberale Initiative.

Grigorios Aggelidis kommt aus Hannover. Er ist MdB der FDP und Sprecher für Familie und Senioren

 

 

 

 

 

 

 

Beteiligungsfonds für den Mittelstand kommt ins Laufen. Land steigt mit bis zu 800.000 Euro ein

Corona-Hilfe für den Mittelstand: Die Landesregierung hat am 28. Juli 2020 die rechtliche Grundlage für einen baden-württembergischen Beteiligungsfonds geschaffen. Ziel des Beteiligungsfonds ist es, das Eigenkapital kleiner und mittlerer Unternehmen während der Corona-Krise zu stärken. Baden-Württemberg wird sich dafür vorübergehend an Unternehmen beteiligen. „Die Krise trifft nahezu alle Sektoren und Branchen in Baden-Württemberg. Liquidität und Kapitalausstattung der Unternehmen sind akut bedroht. Wir müssen unserem Mittelstand auch über die Corona-Krise hinaus den Rücken stärken. Mit Krediten allein werden unsere Unternehmen ihre Engpässe nicht überbrücken können“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Zukunftsperspektive muss vorhanden sein

Der Beteiligungsfonds sei eine Maßnahme, um die Unternehmen im Anschluss an die Krise zu stabilisieren. „Mit dem Fonds schaffen wir Möglichkeiten, in Not geratene Unternehmen nachhaltig zu stützen – insbesondere Unternehmen mittlerer Größe, die vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes nicht profitieren können“, so die Ministerin. Der Fonds richte sich an Unternehmen, denen anderweitige Hilfen nicht zu Verfügung stehen, die aber grundsätzlich gute Zukunftsperspektive haben.

 

Beteiligung bis 800.000 Euro

Der Beteiligungsfonds umfasst Maßnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro. Die Mindestbeteiligungshöhe pro Unternehmen wird 800.000 Euro betragen. Die Struktur des Fonds orientiert sich am Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes und den Vorgaben des befristeten Rahmens der EU-Kommission für staatliche Beihilfen zur Stützung der Wirtschaft angesichts des derzeitigen Ausbruchs von Covid-19. Der Beteiligungsfonds durchläuft im nächsten Schritt das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren und benötigt die Zustimmung der Europäischen Kommission.

Mittelständler bis 250 Mitarbeiter profitieren

Der Fonds richtet sich gezielt an baden-württembergische Unternehmen zwischen 50 und 250 Mitarbeitern, die für die baden-württembergische Wirtschaft eine besondere Relevanz haben. Voraussetzung für die Beantragung des Beteiligungsfonds ist unter anderem ein ausgewiesener Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr. Unternehmen, die den Beteiligungsfonds Baden-Württemberg in Anspruch nehmen, sollen insbesondere einen Beitrag zur Stabilisierung von Produktionsketten und zur Sicherung von Arbeitsplätzen leisten.

Schausteller und Eventbranche bekommt weitere Hilfe von der Landesregierung – aber wann macht die Kirmes wieder auf?

Schon bei der großen, dritten bundesweiten Schaustellerdemo am 22. Juli in Stuttgart kündigte die Wirtschaftsministerin weitere Hilfen für die Karusellbetreiber und Marktkaufleute an. Jetzt ist es amtlich: Die Landesregierung hat am 28. Juli 2020 den Weg für ein weiteres Hilfsprogramm freigemacht. Es soll Unternehmen und Selbständige des Schaustellergewerbes, der Veranstaltungs- und Eventbranche sowie des Taxigewerbes in Form eines Tilgungszuschusses unterstützen.

„Schausteller tragen mit ihrem Engagement zum reichhaltigen kulturellen und gemeinschaftlichen Leben in unserem Land bei. Die Betriebe sind durch das Verbot von Großveranstaltungen mit am härtesten von der Corona-Krise betroffen. Die größte finanzielle Belastung für Schausteller und die Eventbranche, aber auch für das Taxigewerbe sind Tilgungsraten für Kredite. Die beschlossene Hilfe ist deshalb existenziell wichtig für sie“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Es bleibt hart für Branche, da hoher Finanzierungsbedarf

Die Landesregierung schätzt den Mittelbedarf für die Hilfe auf insgesamt rund 92,2 Millionen Euro. Die Überbrückungshilfe des Bundes könne Unternehmen des Schaustellergewerbes, der Veranstaltungs- und Eventbranche sowie des Taxigewerbes zwar unterstützen, sie greife aber zu kurz, so die Ministerin. „Aufgrund der kleinteiligen Betriebsstruktur mit in der Regel wenig Beschäftigten und oft hohem Investitions- und Finanzierungsbedarf für Fahrgeschäfte oder für Bühnentechnik kann die Überbrückungshilfe die Betriebe nicht vor der Insolvenz sichern. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass wir hier eine passgenaue Lösung finden und die bislang bestehenden Förderlücken schließen. Das ist uns gelungen: Durch den direkten Tilgungszuschuss können wir sie wirkungsvoll entlasten.“

 

Historische Konzertorgel vom Jahrmarkt

Was gibt es konkret an Geld?

Das Wirtschaftsministerium schreibt: „Der Tilgungszuschuss Corona fördert von der Jahrestilgungsrate 2020 des antragstellenden Unternehmens einmalig die Hälfte mit einem Satz von 80 Prozent. Förderfähig sind dabei die nach den Regeltilgungsplänen im Jahr 2020 anfallen-den Tilgungsraten ab Bewilligung von Krediten. Die maximale Förderung mit dem Tilgungszuschuss beträgt 150.000 Euro je Antragsteller. Antragsberechtigt sind Unternehmen, einschließlich Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb mit Unternehmenssitz in Baden-Württemberg aus den Wirtschaftsbereichen der Schausteller und Marktkaufleute, Veranstaltungs- und Eventbranche und Taxiunternehmen.“

„Wir wollen arbeiten, keine Almosen“

Unter diesem Slogan liefen die großen Demos der Schausteller, zuletzt in Stuttgart. Und diese Forderung konnte leider von Seiten der Landesregierung noch nicht erfüllt werden. Die FDP in Ba-Wü und auch der Liberale Mittelstand, dem Schausteller angehören, fordern deshalb schnell Konzepte für 2020 zu genehmigen, ungeachtet der weiteren Pandemie-Entwicklung. Dr. Thilo Scholpp, LIM-Landesvorsitzender: „Die Schaustellerverbände haben Ideen vorgelegt für Herbstmärkte, dezentrale Budenplätze, abgesperrte/kontrollierte Pop-up-Freizeitparks. Hier könnte das Land bzw. könnten die Kommunen sofort an die Planung gehen, um Schaustellern, Marktkaufleuten und Festzeltwirten neue Perspektive zu geben.“

Parallel, so Scholpp, muss über Weihnachts- und Adventsmärke und öffentliche Weihnachtsaktionen entschieden werden. Erste Städte in Baden-Württemberg haben entsprechende Traditionsveranstaltungen leider schon abgesagt, andere wollen es Corona-konform neu wagen. Das Weihnachtsgeschäft bildete bislang für das Schausteller- und Eventbusiness ebenfalls einen wichtigen Baustein für Umsätze.

 

Online-Umfrage zum geplanten KI-Innovationspark im Land: Ihre Meinung ist gefragt!

im Auftrag de Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg prüft die Firma CBRE GmbH die Realisierbarkeit eines großen „Innovationsparks für Künstliche Intelligenz (KI)“ als Innovations- und Wertschöpfungszentrum für KI-basierte Produkte und Dienstleistungen im Weltklasseformat. Die Machbarkeitsstudie soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Bestandteil der Studie ist eine Online-Umfrage unter Unternehmern und KI-Interessierten. Sie können daran teilnehmen!

Bestes Umfeld für KI-Spitzenforschung schaffen, Talente anlocken

Der Innovationspark KI soll im Falle einer Realisierung einen Beitrag zur Kommerzialisierung von KI aus Baden-Württemberg leisten und sowohl national als auch international etablierte Unternehmen, Start-ups, Forschungsakteure, KI-Fachkräfte sowie Investoren anziehen. Dazu soll er diesen optimale Innovations- und Standortbedingungen bieten, etwa durch die Bereitstellung der Flächen, modernste Infrastruktur sowie Testfelder für KI-Produkte und KI-Dienstleistungen. Ebenso soll er Maßstäbe setzen bei Klimaschutz, Nachhaltigkeit und der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Studie ermittelt konkrete Bedarfe und Themen

Die Machbarkeitsstudie soll Auskunft darüber geben, welche Erfolgsfaktoren für einen Innovationspark KI im „Weltklasseformat“ gegeben sein müssen, wie tragfähige Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für einen Innovationspark KI aussehen könnten, welche Nachhaltigkeitsaspekte vorrangig berücksichtigt werden sollten, wie ein Standortauswahlverfahren aufgesetzt werden könnte und welche thematischen Schwerpunktsetzungen ggf. möglich und sinnvoll sind.

Wenn Sie Interesse daran haben, einen Beitrag für die Machbarkeitsstudie und die mögliche Realisierung eines Weltklasse-Innovationsparks KI in Baden-Württemberg zu leisten, können Sie an der kurzen Online-Umfrage teilnehmen. Zur Umfrage (anonym) gelangen Sie hier.

Weitere Informationen zum Innovationspark KI unter folgendem Link: www.innovationspark-ki-bw.de.

FOTO: Neuer Hochleistungsserver für KI-Awendungen am KIT Karlsruhe: Bei den Computersystemen vom Typ DGX A100 handelt es sich um einen Server mit jeweils acht NVIDIA A100 Tensor Core GPUs. Gemeinsam erbringen die acht Beschleuniger eine Rechenleistung von 5 AI-PetaFLOP/s (Copyright Foto: Simon Raffeiner/SCC)