LIM-Bundesvorsitzender Thomas Kemmerich tritt zurück! Bundesvorstand wird sich neu aufstellen

Unser Bundesvorsitzender Thomas Kemmerich aus Erfurt hat am gestrigen 13. Mai 2020 seinen Rücktritt mitgeteilt. Gemäß der Satzung unseres Verbandes regt er an, umgehend eine Bundesdelegiertenkonferenz einzuberufen, damit ein neuer Bundesvorstand gebildet werden kann.

Der Grund für die Aufgabe des Amts liegt am Verhalten des Bundesvorsitzenden während einer Anti-Corona-Demonstration am vergangenen Samstag. Thomas Kemmerich teilt dazu mit: „Die Bilder, die auf Grund meiner Teilnahme an einer Veranstaltung in Gera entstanden sind, bedauere ich zutiefst. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass diese Demonstration die falsche Plattform für einen öffentlichen Auftritt war. Auch hätte ich dort nicht ohne angelegten Mund-Nasenschutz dabei sein dürfen.“

Wie schon im Februar 2020, als Thomas Kemmerich sich mit Stimmen der AFD zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen ließ, gab es unter LIM-Mitgliedern jetzt erneut große Unzufriedenheit sowie spontane Austritte in allen Landesverbänden, auch von Funktionsträgern. Gut die Hälfte des Bundesvorstands und etliche Landesvorsitzende versagten Thomas Kemmerich nun die Solidarität und Unterstützung.

Auch wenn der Beweggrund für seine Demo-Teilnahme Respekt verdient („mit Bürgern ins Gespräch kommen über den für uns alle schwierigen Spagat zwischen Gesundheit und Geschäft, zwischen sinnvollen Einschränkungen und größtmöglicher individueller Freiheit“) – um Schaden für den Liberalen Mittelstand abzuwenden, legten Mitglieder des Bundesvorstandes Kemmerich einen Rücktritt nahe.

Der LIM-Landesvorsitzende und stellv. Bundesvorsitzende, Dr. Thilo Scholpp, schloss sich dieser Forderung an: „So sehr ich Thomas Kemmerich als Mensch und Unternehmer schätze, brauchen wir jetzt Ruhe und Kraft im Verband, um die Interessen unserer Mitglieder bestens zu vertreten. In Corona-Zeiten ist es wichtiger denn je, dem Mittelstand gegenüber der Politik und Gesellschaft eine starke Stimme zu geben. Seit dem Lock-down erleben wir, dass immer mehr Menschen die Bedeutung der mittelständischen Firmen für unser Land und unseren Wohlstand erkennen.“

Der Liberale Mittelstand, so Thilo Scholpp, könne deshalb seinen Einfluss auf die Politik stärken und neue Mitglieder gewinnen, vorausgesetzt er trete geschlossen auf und verfüge über einen Bundesvorstand, der von Mitgliedern und der Öffentlichkeit anerkannt sei. Um einen Neustart zu ermöglichen, verkündeten Thilo Scholpp und weitere Mitglieder im Bundesvorstand ihren Rücktritt – bereits einen Tag bevor Thomas Kemmerich seine Erklärung veröffentlichte.