Sonderprogramm Gastronomie läuft an. Gute Idee der Landesregierung, aber finanziell nur kleiner Tropfen auf den längst kalten Herd…

Ende Mai soll  für die Gastronomie und Hotellerie im Lande die lang ersehnte Wiedereröffnungsphase beginnen. Am kommenden Wochenende (9./10.5.) will die Landesregierung die Termine benennen. Hart genug für die überwiegend inhabergeführten Betriebe bzw. traditionsreichen mittelständischen Familienunternehmen zwischen Tauberbischofsheim und Kostanz. Immerhin aber können die Betroffenen nun planen und sehen eine Perspektive. Wir als Liberaler Mittelstand Baden-Württemberg hätten uns eine schnellere Umsetzung (Vorbild Bayern!) gewünscht, zumal gerade Speiselokale mit Außengastronomie gut Hygiene- und Abstandsregeln einhalten können. Und zwar sofort.

 

3000 Euro für jedes Lokal plus Extra-Zuschuss nach Mitarbeiterzahl

Anläßlich des Termins für die Gastronomie setzt das Land ein branchenspezifisches Sofortprogramm auf. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) nennt die Eckdaten: „Viele Unternehmen sind weiterhin in Not. Wir werden deshalb ein Sonderprogramm für das Gastgewerbe auf den Weg bringen, die Soforthilfe weiterführen und zusätzliche Bedarfe besonders hart getroffener Branchen prüfen. Wir alle wissen, dass unser Gastgewerbe massiv unter der Krise leidet und es hier besonderer Unterstützung bedarf, um eine drohende Insolvenzwelle zu verhindern. Deshalb werden wir für Gastronomie und Hotellerie schnellstmöglich ein gezieltes Sofortprogramm umsetzen. Geplant ist eine einmalige Liquiditätshilfe in Höhe von 3.000 Euro für betroffene Betriebe, die um jeweils 2.000 Euro für jeden Beschäftigten erhöht wird“.

Einfaches und unbürokratisches Antragsformular

Soweit eine Liquiditätslücke nachgewiesen ist, sollen die Gelder analog zum Verfahren bei der bisherigen Soforthilfe bei den Industrie- und Handelskammern beantragt und durch die L-Bank ausgezahlt werden. Das Programm geht auf einen Vorschlag von Kultusministerin Susanne Eisenmann zurück und wird vom Wirtschaftsministerium in Abstimmung mit dem Tourismusministerium umgesesetzt. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) sagt zum Sofortprogramm: „Für Gastronomie und Hotellerie ist die Krise ein einziger Alptraum. Das Gastgewerbe hat bereits deutlich früher als andere Branchen massive Einbußen erlitten und wird deutlich länger als andere mit Auflagen leben müssen. Wenn wir tausende Insolvenzen vermeiden und wichtige Arbeitsplätze erhalten wollen, müssen wir Gastronomie und Hotellerie mit einem Sofortprogramm beispringen. Bei der Entwicklung des Programms legen wir besonderen Wert auf eine möglichst einfache und unbürokratische Berechnung.

 

Gastro-Traditionen sichern
Guido Wolf hat recht, wenn er sagt: „Gastronomie und Hotellerie im Stich zu lassen, hieße, sich mit unverschuldeten Pleiten von Betrieben, oft Familienunternehmen mit langer Tradition, abzufinden. Das dürfen und werden wir nicht tun. Ich habe mich im zuständigen Europaausschuss sehr über parteiübergreifend positive Signale zu diesem Programm gefreut, die CDU-Fraktion hat sich bereits einstimmig für ein branchenspezifisches Hilfsprogramm für die Hotellerie und Gastronomie ausgesprochen. Unterstützen wir diese gebeutelte Branche also schnell gemeinsam!“

 

(Copyright Foto: PR/Verband Bioland)