Cyber-Sicherheit für mein Unternehmen: Was ist jetzt wichtig? Online-Infoabend mit BSI-Experte Manuel Bach

Die Firma Marabu in Tamm (Landkreis Ludwigsburg) war vor einem Jahre im Ausnahmezustand. Hacker/Erpresser kaperten das IT-System von dem Mittelständler. „Innerhalb von sechs Stunden waren alle Serversysteme unbrauchbar und verschlüsselt,“ erinnert sich Geschäftsführer Stefan Würtemberger. Erst vier Monate später lief  bei dem Druckfarbenhersteller wieder alles rund.

Ransomware: Ganze Firma arbeitsunfähig

Eine ähnliche Erfahrung machte Pilz in Ostfildern (Landkreis Esslingen) ein paar Wochen zuvor. Über einen Ransomware-Angriff gelang es Hackern den Zentralserver lahmzulegen und alle Daten zu verschlüsseln. Dadurch wurde der international tätige Betrieb für Sicherheits- und Steuerungstechnik weitestgehend arbeitsunfähig.

Beide Unternehmen haben in der Zwischenzeit neue Cyber-Sicherheitsysteme installiert und Vorsorgemaßnahmen getroffen. Doch in vielen kleinen und mittelständischen Firmen bestehen nach Einschätzung von Experten erhebliche Sicherheitslücken. Sogar in Branchen, die besonders sensibel sind, weil sie mit großen Kundendaten arbeiten oder in Zukunftsthemen wie Gesundheit, Biotechnologie, KI, IT-Netzwerke oder Autonomes Fahren tätig sind.

Der Liberale Mittelstand Baden-Württemberg lädt deshalb Interessierte zu einer Online-Veranstaltung ein.

Termin: Donnerstag, 10. Dezember 2020, ab 18 Uhr

Gemeinsam mit dem Liberalen Mittelstand Hessen und dessen Landesvorsitzenden Christopher Martin konnten wir einen Profi als Referenten gewinnnen: Manuel Bach vom staatlichen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Experte vom BSI im Live-Talk

Das BSI berät öffentliche Einrichtungen, Ministerien, aber auch Unternehmen in allen Fragen der Cybersicherheit und digitalen Industriespionage. Manuel Bach ist seit vielen Jahren in der IT-Sicherheit tätig und hat für verschiedene Startups in Deutschland, den USA und der Schweiz gearbeitet. Seit 2011 beschäftigt er sich für das BSI mit dem Thema Cybersicherheit. Er leitete unter anderem das Nationale Cyber-Abwehrzentrum. Aktuell baut er das neue Referat „Cyber-Sicherheit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)“ auf.

BSI-Experte Manuel Bach

Nutzen Sie als Mittelständler dieses Expertenforum am 10. Dezember! Diskutieren Sie mit uns und Manuel Bach über das Thema IT-Sicherheit im betrieblichen Alltag. Es geht um ganz zentrale Fragen, die Sie und Ihr Unternehmen weiterbringen:

• Wie schütze ich mich und meine Firma vor Cyber-Angriffen?

• Wie verhalte ich mich als Betroffener?

• Was kann ich generell unternehmen, um meine Daten zu schützen?

• Wie erging es Mittelstandsfirmen, die gehackt wurden? Wie sind sie durch diesen IT-GAU gekommen?

Kostenloser Service für LIM-Mitglieder und andere Mittelständer

„Diese Online-Veranstaltung vom LIM Hessen und Baden-Württemberg ist eine maßgeschneiderte Service-Leistung für unsere Mitglieder aus dem Mittelstand. Neben der politschen Arbeit und Interessenvertretung von Unternehmen gegenüber Parlamenten bietet der Liberale Mittelstand stets auch Mehrwert und echte Hilfen für die unternehmerische Praxis“, sagt Landesvorsitzender Dr. Thilo Scholpp. Er hofft auf eine rege Beteiligung am 10. Dezember.

So melden Sie sich an:

Schreiben Sie bitte einfach eine E-Mail mit Ihrem Namen an: christopher.martin@lm-hessen.de

Wir senden Ihnen kurz vor der Online-Veranstaltung Ihre Zugangsdaten.

(LIM BaWÜ/Copyright Fotos: Archiv + Antje Delater/pixelio.de)

 

 

 

 

 

 

Gastbeitrag Nicole Rauscher, LIM Bodensee-Oberschwaben: Losentscheid über das Schicksal von Unternehmen?

Das neue Bundesförderprogramm „Digital jetzt“ ist nahezu unerreichbar für Mittelständler und Kleinbetriebe, die sich digital aufstellen wollen und alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre digitale Transformation voranzubringen. So das Fazit von Nicole Rauscher aus Lindau. Unsere LIM-Kreisvorsitzende „Bodensee-Oberschwaben“ und Unternehmensberaterin/Coach hat ihre Erfahrungen mit dem Programm in einem Gastbeitrag zusammengefasst. Wir publizieren ihn hier und laden Sie ein, uns Ihre Meinung zu schreiben:

Gewaltig gebeutelt werden die Unternehmen durch die Maßnahmen, die ergriffen werden, um der Corona-Pandemie zu entkommen. Einerseits schaut die Regierung auf die Infektionszahlen, andererseits läßt sie aber Millionen Unternehmen ins offene Messer laufen. Einerseits ist die Gesundheit von Menschen so wichtig, dass hier die gesamte Welt lahmgelegt wird, andererseits erkranken genau an diesem Zustand andere und ziehen noch nicht absehbare Spätfolgen nach sich. Aber das spielt keine Rolle. Kann das jemand verstehen?

Mittelstand – bald ein Fall für die Intensivstation

Firmen werden kaputt gemacht, Konzerne haben bereits die Entlassungen von Tausenden von Mitarbeitern angekündigt. Doch die stabile und zuverlässige Kraft war bislang immer der Mittelstand. Dem wird jetzt aber auch weiter und weiter die Luft abgedrückt (auf welche Intensivstation können diese Patienten dann eingeliefert werden?) und wenn es vielleicht doch mal wieder Sauerstoff geben könnte, lässt ihn der Staat am langen Arm regelrecht verhungern oder er nimmt ihn auf selbigen.

Warum bin ich so erbost? Nachdem im August bekannt wurde, dass es bald ein neues Bundesförderprogramm geben soll, wurden in vielen Online-Vorträgen und -Infoveranstaltungen unzählige Hoffnungen geweckt. Die Referenten erklärten den neuen Star am Förderhimmel, das Programm „Digital jetzt“, in den schillerndsten Farben. Kompatibel mit Programmen wie „go digital“ oder „unternehmensWert:Mensch plus“ sei es auch noch. Ja prima, da hat sich jemand wirklich mal was einfallen lassen, was tatsächlich weiterhelfen könnte. Aber eben nur KÖNNTE!

Nur eine Stunde Zeit für Registrierung

So weit die Theorie, doch die Praxis sah ganz anders aus: Das Programm „Digital jetzt“ ist unerreichbar! Am 7. September 2020 war Start. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht dabei, aber aus seriösen Quellen erfuhr ich, dass es genau 1 Stunde möglich war, sich für Antragseinreichungen registrieren zu lassen. Ich traute zuerst meinen Ohren nicht, weil ich es nicht für möglich hielt. Aber es sollte noch härter kommen.

…neuer Start und erneut Probleme bei der Antragstellung

Am 15. Oktober wurden die Pforten zum Förderprogramm nochmals geöffnet. Um 9 Uhr sollte die Freischaltung erfolgen für neue Registrierungen. Also war ich superpünktlich am PC und bereit, sofort mit meinen Eingaben anzufangen. Als ich um 9.04 Uhr meine fertige Datei hochladen wollte, erschien die Anzeige, dass es wegen einem TECHNISCHEN DEFEKT auf der Seite nicht möglich sei. Ich sollte es später nochmals probieren. Das war genau um 9.04 Uhr! Ich probierte es wieder und wieder und blieb hartnäckig dran, aber jedes Mal kam die gleiche Meldung. Doch gegen ca. 10.21 Uhr veränderte sich die Nachricht: „Das Kontingent für Neu-Registrierungen ist erschöpft. Es kann kein neuer Nutzer angelegt werden“.

Es war ernüchternd! Keinen Förderantrag konnte ich eingeben. Dafür erfuhr ich von Kollegen und Kolleginnen aus dem ganzen Bundesgebiet, dass es ihnen genau gleich ging. Im ersten Moment schießen Gedanken durch den Kopf, wie „das gibt’s doch nicht“, aber im zweiten Moment könnte man auch über eine gewisse Absicht, die dahinterstecken könnte, nachdenken.

Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums

In wenigen Tagen startet ein Zufallsverfahren

Inzwischen ist auf der Seite von „Digital jetzt“ folgender Text veröffentlicht: „…Die Registrierung wird am 1. Dezember 2020 wieder geöffnet und ist für alle Unternehmen dann fortwährend offen. Bereits bestehende Registrierungen behalten ihre Gültigkeit. Die monatlich verfügbaren Kontingente werden ab Januar 2021 auf Basis eines Zufallsverfahrens verlost. Die ausgelosten Registrierungen können einen Antrag vorbereiten und einreichen. Dieses Verfahren stellt maximale Transparenz und Chancengleichheit sicher. Weitere Informationen zum Losverfahren folgen in Kürze auf www.bmwi.de/digitaljetzt…“

Mittelstand wird herabgewürdigt

Da fehlen mir die Worte! Als sich die Gedanken langsam wieder ordneten, schossen mir Überlegungen in den Sinn wie ein „perfider Plan“, „Willkür“, „die eigene Haut retten wollen, indem etwas verkündet wird, was gar nicht funktionieren SOLL“, usw. Auf jeden Fall ist es in meinen Augen die totale Herabwürdigung des Mittelstands, denn dieses Bundesprogramm wird als „Investitionsförderung für KMU“ auf der Webseite beschrieben. Dazu ist dann noch eine Aussage von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu finden: „Wir fördern Investitionen in digitale Technologien und in digitales Knowhow.“ Aber der Mittelstand wird nicht gefördert, sondern noch viel mehr gedemütigt und teilweise damit sogar zum Tode verurteilt.

Unternehmer, schnapp das Würstchen!

Bei diesem Losverfahren drängt sich mir das Kinderspiel „Würstchen schnappen“ auf. Dabei werden an einer Schnur abgebundene Würstchen festgemacht und hochgespannt. Die Kinder müssen dann mit den Armen auf dem Rücken hochspringen und versuchen, etwas abzubeißen. Und manchmal wird die Schnur hochgezogen, damit keiner rankommt. Ich kenne diese Situation, wenn ich meinem Hund etwas Gutes tun will und ein Leckerle hinhalte. Das gebe ich ihm dann allerdings ohne ihm das vorher erst wieder wegzuziehen.

Was soll das, Herr Altmaier?

Das heißt, mit Tieren geht man freundlicher um als mit Menschen. Menschen, von denen der Staat bisher gut gelebt hat. Menschen, die mit ihrer Steuer all die Abgeordneten und Minister und Präsidenten zahlen, die nun solch vernichtende Maßnahmen dem Mittelstand anbieten. Dabei ist keine Spur von Anerkennung, Respekt, Achtsamkeit oder gar Wertschätzung zu erkennen. Deshalb frage ich: „Was soll das, Herr Altmaier?“

LIM-KONTAKT: Schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen als Mittelständler in Sachen Förderung. info@lim-bw.de

Autorin: Nicole Rauscher, www.nicole-rauscher.de

Copyright Fotos: LIM Ba-Wü

 

 

 

 

 

 

Neue Digitalisierungsprämie Plus gestartet – Landesprogramm speziell für Mittelständler ausgearbeitet

Im Oktober 2020 ist das neue Förderprogramm „Digitalisierungsprämie Plus“ gestartet. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau führt es in Kooperation mit der L-Bank durch. Damit wird die erfolgreiche „Digitalisierungsprämie“ passgenau weiterentwickelt. „Durch die Corona-Pandemie mussten viele Unternehmen ihre Prozesse in kürzester Zeit digitalisieren. Diesen Digitalisierungs- schub der letzten Monate wollen wir unbedingt nutzen. Es ist daher wichtig, dass die ‚Digitalisierungsprämie Plus‘ mit ihren noch attraktiveren Förderkonditionen schnell an den Start gehen kann“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

IT-Sicherheit, KI-Anwendungen oder ERP sind Förderzwecke

„Mit dem Programm wollen wir die Digitalisierung noch stärker in den breiten Mittelstand unseres Landes bringen. Um eine spürbare konjunkturelle Wirkung zu erzielen, fördern wir Projekte bei Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern“, so die Ministerin weiter. Förderfähig sind Digitalisierungsprojekte wie die Einführung additiver Fertigungsverfahren wie der 3D- Druck, die Integration von CRM- und ERP-Lösungen oder die Implementierung von IT-Sicherheitskonzepten, Big Data-Anwendungen und KI-Systemen.

Auch Trainings werden bezuschusst

Auch die im Rahmen des Digitalisierungsprojektes notwendigen Schulungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können gefördert werden. Vorhaben mit einem Kostenvolumen zwischen 10.000 Euro und 200.000 Euro werden mit einer finanziellen Förderung zwischen 5.000 Euro und 20.000 Euro unterstützt. Der konkrete Fördersatz hängt jeweils vom Kostenvolumen ab. Außerdem sollen die Unternehmen entsprechend ihrer eigenen Bedarfs- und Liquiditätssituation entscheiden können, ob sie einen Direktzuschuss oder ein Förderdarlehen der L- Bank mit Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen wollen.

Förderbeginn sofort

Förderanträge für die „Digitalisierungsprämie Plus“ können ab sofort gestellt werden. Anträge für die „Digitalisierungsprämie Plus“ in der Darlehensvariante können von den antragsberechtigten Unternehmen über ihre Hausbank bei der L- Bank eingereicht werden. Anträge für die Zuschussvariante können direkt bei der L-Bank gestellt werden. Förderbestimmungen und weitere  Infos sind hier zu finden:

www.l-bank.de/digiplus-darlehen

www.l-bank.de/digiplus-zuschuss

(Quelle: Wirtschaftsministerium Ba-Wü, Foto: KI-System am KIT,Karlsruhe)

Breuninger unterstützt ein Start-up für digitale Bildbearbeitung in Stuttgart. Neue Strategie für das Handelshaus

Der Handel steckt in einer großen Krise. Neue Ideen sind gefragt – oder neue Geschäftsfelder und Kooperationen. Das Fashion- und Lifestyle-Unternehmen Breuninger geht mit gutem Beispiel voran und investiert in das Stuttgarter Startup autoRetouch. Das Produkt unterstützt derzeit die Automatisierung sich wiederholender, jedoch äußerst wichtiger Bildbearbeitungsschritte wie Hintergrundentfernung und Hautretusche. Durch die Automatisierung dieser Aufgaben können Benutzer die durchschnittliche Bearbeitungszeit sowie Verarbeitungskosten deutlich senken.

KI-gestützte Massenverarbeitung von Bildern

Die Services von autoRetouch können mit maximal 10 Bildern kostenlos getestet werden. Weitere Bilder können flexibel auf Pay-as-you-go Basis verarbeitet werden. Basierend auf einem KI-System bietet das Unternehmen derzeit eine Software as a Service (SaaS)-Plattform für die automatisierte Massenverarbeitung von Modeproduktbildern an. An der Erweiterung der Plattform um die automatisierte Massenverarbeitung auch für weitere Produktbildkategorien zu ermöglichen (z.B. Elektronikartikel) wird bereits gearbeitet.

Premiere für Breuninger

Seit Bestehen setzt sich Breuninger für einen attraktiven Handel ein und treibt stetig Neuerungen und Modernisierungen voran. Nun hat das Unternehmen erstmalig in ein Startup investiert. Damit unterstützt Breuninger das Gründerteam bei der Weiterentwicklung und Verbreitung einer effizienten Technologiesoftware mit globaler Relevanz für den E-Commerce.

„Mit der Entscheidung, autoRetouch als eigenständiges Unternehmen auszugründen und uns wirtschaftlich an einem Technologie-Startup zu beteiligen, entwickeln wir Breuninger weiter und erschließen neue Themenfelder. Gerade für uns als Multichannel-Retailer sind zukunftsweisende Neuerungen im Bereich E-Commerce essentiell. Diesen Innovationsprozess möchten wir durch unser Engagement bei autoRetouch nachhaltig vorantreiben“, so Breuninger-CEO Holger Blecker.

Idee aus der Data Sciene Abteilung des Unternehmens

autoRetouch ist im Zuge einer Projektarbeit der Data Science Abteilung von Breuninger entstanden. Bei der Bewertung der Projektergebnisse wurde deutlich, dass die automatisierte Bildverarbeitung von Modeproduktbildern ein universelles Wertversprechen hinsichtlich Bearbeitungszeit und Kostensenkung für Unternehmen im E-Commerce Bereich darstellt.

Um dieses enorme Marktpotential optimal zu nutzen, wurde autoRetouch im Januar 2020 als eigenständige GmbH ausgegründet. Heute wird die weltweit erste automatisierte Bildverarbeitungsplattform bereits von zahlreichen Kunden genutzt. autoRetouch beschäftigt mittlerweile 14 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Stuttgart.

Mehr Infos: autoretouch.com

(Copyright Foto: PR/Breuninger)

Neues digitales Informationszentrum in Bühl gestartet: KMU der Region erhalten hier Know-how für neue Geschäftsfelder

News: TechnologieRegion Karlsruhe (TRK), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Stadt Bühl bringen ein digitales Innovationszentrum auf den Weg.

Startschuss für ein groß angelegtes Leuchtturmprojekt: Die TechnologieRegion Karlsruhe, das Karlsruher Institut für Technologie und die Stadt Bühl wollen gemeinsam ein regionales „Digital Ecosystem“ schaffen, das die lokale Wirtschaft, Wissenschaft und die Kommune(n) lückenlos vernetzt. Titel: „Regionales Mittlerer-OberRhein Digital Ecosystem (RegioMORE)“. Entstehen soll es in der ehemaligen Produktionshalle von USM U. Schärer Söhne GmbH. „Wir sind stolz, dass das Innovationszentrum in Bühl realisiert werden soll“, freuen sich Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Der Dank der Rathausspitze gilt dabei auch der Firma USM U. Schärer Söhne GmbH: „Ohne den Hallen-Standort wäre das Ganze nicht möglich.“

Experimentierräume für Wissenschaft und Mittelstand der Region

„Der Grundgedanke von RegioMORE ist, ein regionales Public-Private-Partnership-Modell zu initialisieren, das Bürgern und mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsinhalte vermittelt und Digitalisierungsaktivitäten freisetzt“, erklärt Jivka Ovtcharova. Die KIT-Professorin möchte in dem digitalen Innovationszentrum die nötige Infrastruktur schaffen, um zu experimentieren, neue Technologien und Geschäftsmodelle zu entwickeln und auszuprobieren, gemeinsam zu denken, sich auszutauschen und letztlich auch Geld zu verdienen, indem das Wissen zeitnah in der regionalen Wirtschaft umgesetzt wird.

Ein Schwerpunkt: digitale Bildung und holografische Simulationen

In diesem offenen Raum der Begegnung von Wissenschaft und Unternehmertum, unterstützt von der öffentlichen Hand, sollen Mehrwerte für alle Beteiligten entstehen. Als Schwerpunkte benannte Ovtcharova digitale Bildung und Qualifikation für verschiedene Zielgruppen, Experimentierräume, „Business Corners“ für Unternehmer sowie eine „Entertainment Lounge“ mit Holodeck – das ist ein Raum, der mittels holografischer Projektion Simulationen und virtuelle Welten erzeugt.

Bei der Präsentation des Konzepts, Juni 2020

Der Aufbau eines digitalen Innovationszentrums im Süden der TechnologieRegion Karlsruhe ist Bestandteil der Regionalen Entwicklungsstrategie TechnologieRegion Karlsruhe 2030. Bei der Finanzierung setzen TRK, KIT und Stadt auf den Wettbewerb „RegioWIN 2030“, über den Landes- und EU-Fördermittel ausgeschüttet werden. Der Antrag muss laut TRK-Geschäftsführer Jochen Ehlgötz bis 18. Dezember eingereicht werden.
Netzwerk 4.0 in der Region
Das Projekt passt zudem perfekt zum Ansinnen der Stadt Bühl, an der digitalen Front nach vorne zu gelangen, wie es unter dem neuen Digitalisierungsbeauftragten Eduard Itrich bereits in vielen Aspekten gelungen ist. „Wir möchten stärker in den Bereich von Open Source eintreten und erreichen, dass öffentliches Geld zurück in die Region fließt“, sagt Itrich. Das „Ecosystem“ bezeichnet er als „Dreh- und Angelpunkt“ für ein solches Ziel. „Dort könnten alle Akteure zusammengebracht werden.“

Die städtische Wirtschaftsförderin Corina Bergmaier sieht in dem geplanten Innovationszentrum „die erste Frucht des Netzwerks 4.0“, das vor zwei Jahren von ihrem Fachbereich ins Leben gerufen wurde: „Damit haben wir frühzeitig die Sorgen und Nöte, die die Unternehmen teilen, kennengelernt.“ Mehr als 100 Unternehmen sind darin bereits Mitglied. Bei den regelmäßigen Netzwerktreffen stellen Bühler Firmen ihre Ansätze rund um die Digitalisierung vor.

Coole Location bei USM in Bühl

Das Bild eines dreibeinigen Hockers aus praxisorientierter Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand zeichnet USM-Geschäftsführer Bernd Wagner. „Unsere Halle hat es verdient, hier eine Idee zu entwickeln“, meint er. Nach Wagners Ansicht benötigt es neben der Fantasie von Wissenschaft, Unternehmern und Politik auch Mut, „solch eine Geschichte zu beginnen“. Angetan vom Standort zeigt sich Jivka Ovtcharova: „Die Halle ist eine Inspiration.“

Link zur Webseite: innovation.buehl.digital/

Informationsfilm zum Projekt finden Sie hier auf Facebook

Vertreter der beteiligten Akteure von KIT, TRK, Stadt Bühl und USM. (v.l.n.r.) Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Bühl Eduard Itrich, Bürgermeister Wolfgang Jokerst, KIT-Professorin Jivka Ovtcharova, USM-Geschäftsführer Bernd Wagner, Corina Bergmaier Wirtschaftsförderung Stadt Bühl, Oberbürgermeister Huber Schnurr (3 v.r.), Geschäftsführer TRK Jochen Ehlgötz. (2 v.r.)

 

 

(Copyright Fotos: Stadt Bühl)

 

Quo Vadis Handwerk 2020 – Foyer Liberal Veranstaltung am 25. März 2020 im Landtag

Die nächste Foyer Liberal Veranstaltung der FDP-Landtagsfraktion widmet sich einem „Dauerbrenner“ im Mittelstand: „Quo Vadis Handwerk 2020 – eine Bestandsaufnahme“. Beginn ist um 18.30 Uhr in Landtag von Baden-Württemberg. Eine Anmeldung für die kostenfreie Veranstaltung ist jedoch erforderlich: telefonisch unter 0711 – 2063 9112 oder digital über die Webseite www.fdp-dvp.de. Worum geht es? Fast 750.000 Beschäftigte in rund 133.000 Betrieben stehen für das Handwerk im Lande. Jedes Jahr beginnen viele junge Frauen und Männer eine Ausbildung in einem der vielen Lehrberufe mit Zukunft.

Wie kann das Handwerk zukunftsfit gemacht werden?

Doch das Handwerk plagen Sorgen: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Bürokratisierung, zu wenig Wertschätzung und Förderung der beruflichen Ausbildung und Fortbildung. Zwar hat die Landesregierung eine „Strategieoffensive Handwerk 2025“ gestartet, aber aus liberaler Sicht und Sicht der Betroffenen liegen Anspruch und konkretes Handeln noch weit auseinander. Mit Experten aus dem Handwerk und den Gästen will die FDP-Fraktion an diesem Abend aufarbeiten, wo die dringstenden Probleme sind und was den Betrieben wirklich helfen würde.

Impulsvortrag vom Handwerkstag-Präsidenten

Geplant ist eine Begrüßung durch MdL Jochen Haußmann, ein Impulsvortrag durch Rainer Reichhold (Präsident des Baden-Württem. Handwerkstages), anschließend eine Podiumsdiskussion mit Reichhold sowie Andrea Bosch (Geschäftsführerin Abt. Beruf und Qualifikation der IHK Region Stuttgart), Renate Granacher-Buroh (Referatsleitung Gewerbliche Schulen des Berufschullehrerverbandes) und Prof. Dr. Erik Schweickert. Er ist FDP-Abgeordneter im Landtag, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses und der handwerkspolitische Sprecher der FDP-Fraktion.

Wie immer können Besucher fragen stellen und anschließend gemeinsam bei einem Glas Wein das Thema vertiefen.

(Foto: Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württem. Handwerkstages)