Neue Digitalisierungsprämie Plus gestartet – Landesprogramm speziell für Mittelständler ausgearbeitet

Im Oktober 2020 ist das neue Förderprogramm „Digitalisierungsprämie Plus“ gestartet. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau führt es in Kooperation mit der L-Bank durch. Damit wird die erfolgreiche „Digitalisierungsprämie“ passgenau weiterentwickelt. „Durch die Corona-Pandemie mussten viele Unternehmen ihre Prozesse in kürzester Zeit digitalisieren. Diesen Digitalisierungs- schub der letzten Monate wollen wir unbedingt nutzen. Es ist daher wichtig, dass die ‚Digitalisierungsprämie Plus‘ mit ihren noch attraktiveren Förderkonditionen schnell an den Start gehen kann“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

IT-Sicherheit, KI-Anwendungen oder ERP sind Förderzwecke

„Mit dem Programm wollen wir die Digitalisierung noch stärker in den breiten Mittelstand unseres Landes bringen. Um eine spürbare konjunkturelle Wirkung zu erzielen, fördern wir Projekte bei Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern“, so die Ministerin weiter. Förderfähig sind Digitalisierungsprojekte wie die Einführung additiver Fertigungsverfahren wie der 3D- Druck, die Integration von CRM- und ERP-Lösungen oder die Implementierung von IT-Sicherheitskonzepten, Big Data-Anwendungen und KI-Systemen.

Auch Trainings werden bezuschusst

Auch die im Rahmen des Digitalisierungsprojektes notwendigen Schulungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können gefördert werden. Vorhaben mit einem Kostenvolumen zwischen 10.000 Euro und 200.000 Euro werden mit einer finanziellen Förderung zwischen 5.000 Euro und 20.000 Euro unterstützt. Der konkrete Fördersatz hängt jeweils vom Kostenvolumen ab. Außerdem sollen die Unternehmen entsprechend ihrer eigenen Bedarfs- und Liquiditätssituation entscheiden können, ob sie einen Direktzuschuss oder ein Förderdarlehen der L- Bank mit Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen wollen.

Förderbeginn sofort

Förderanträge für die „Digitalisierungsprämie Plus“ können ab sofort gestellt werden. Anträge für die „Digitalisierungsprämie Plus“ in der Darlehensvariante können von den antragsberechtigten Unternehmen über ihre Hausbank bei der L- Bank eingereicht werden. Anträge für die Zuschussvariante können direkt bei der L-Bank gestellt werden. Förderbestimmungen und weitere  Infos sind hier zu finden:

www.l-bank.de/digiplus-darlehen

www.l-bank.de/digiplus-zuschuss

(Quelle: Wirtschaftsministerium Ba-Wü, Foto: KI-System am KIT,Karlsruhe)

Beteiligungsfonds für den Mittelstand kommt ins Laufen. Land steigt mit bis zu 800.000 Euro ein

Corona-Hilfe für den Mittelstand: Die Landesregierung hat am 28. Juli 2020 die rechtliche Grundlage für einen baden-württembergischen Beteiligungsfonds geschaffen. Ziel des Beteiligungsfonds ist es, das Eigenkapital kleiner und mittlerer Unternehmen während der Corona-Krise zu stärken. Baden-Württemberg wird sich dafür vorübergehend an Unternehmen beteiligen. „Die Krise trifft nahezu alle Sektoren und Branchen in Baden-Württemberg. Liquidität und Kapitalausstattung der Unternehmen sind akut bedroht. Wir müssen unserem Mittelstand auch über die Corona-Krise hinaus den Rücken stärken. Mit Krediten allein werden unsere Unternehmen ihre Engpässe nicht überbrücken können“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Zukunftsperspektive muss vorhanden sein

Der Beteiligungsfonds sei eine Maßnahme, um die Unternehmen im Anschluss an die Krise zu stabilisieren. „Mit dem Fonds schaffen wir Möglichkeiten, in Not geratene Unternehmen nachhaltig zu stützen – insbesondere Unternehmen mittlerer Größe, die vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes nicht profitieren können“, so die Ministerin. Der Fonds richte sich an Unternehmen, denen anderweitige Hilfen nicht zu Verfügung stehen, die aber grundsätzlich gute Zukunftsperspektive haben.

 

Beteiligung bis 800.000 Euro

Der Beteiligungsfonds umfasst Maßnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro. Die Mindestbeteiligungshöhe pro Unternehmen wird 800.000 Euro betragen. Die Struktur des Fonds orientiert sich am Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes und den Vorgaben des befristeten Rahmens der EU-Kommission für staatliche Beihilfen zur Stützung der Wirtschaft angesichts des derzeitigen Ausbruchs von Covid-19. Der Beteiligungsfonds durchläuft im nächsten Schritt das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren und benötigt die Zustimmung der Europäischen Kommission.

Mittelständler bis 250 Mitarbeiter profitieren

Der Fonds richtet sich gezielt an baden-württembergische Unternehmen zwischen 50 und 250 Mitarbeitern, die für die baden-württembergische Wirtschaft eine besondere Relevanz haben. Voraussetzung für die Beantragung des Beteiligungsfonds ist unter anderem ein ausgewiesener Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr. Unternehmen, die den Beteiligungsfonds Baden-Württemberg in Anspruch nehmen, sollen insbesondere einen Beitrag zur Stabilisierung von Produktionsketten und zur Sicherung von Arbeitsplätzen leisten.

Schausteller und Eventbranche bekommt weitere Hilfe von der Landesregierung – aber wann macht die Kirmes wieder auf?

Schon bei der großen, dritten bundesweiten Schaustellerdemo am 22. Juli in Stuttgart kündigte die Wirtschaftsministerin weitere Hilfen für die Karusellbetreiber und Marktkaufleute an. Jetzt ist es amtlich: Die Landesregierung hat am 28. Juli 2020 den Weg für ein weiteres Hilfsprogramm freigemacht. Es soll Unternehmen und Selbständige des Schaustellergewerbes, der Veranstaltungs- und Eventbranche sowie des Taxigewerbes in Form eines Tilgungszuschusses unterstützen.

„Schausteller tragen mit ihrem Engagement zum reichhaltigen kulturellen und gemeinschaftlichen Leben in unserem Land bei. Die Betriebe sind durch das Verbot von Großveranstaltungen mit am härtesten von der Corona-Krise betroffen. Die größte finanzielle Belastung für Schausteller und die Eventbranche, aber auch für das Taxigewerbe sind Tilgungsraten für Kredite. Die beschlossene Hilfe ist deshalb existenziell wichtig für sie“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Es bleibt hart für Branche, da hoher Finanzierungsbedarf

Die Landesregierung schätzt den Mittelbedarf für die Hilfe auf insgesamt rund 92,2 Millionen Euro. Die Überbrückungshilfe des Bundes könne Unternehmen des Schaustellergewerbes, der Veranstaltungs- und Eventbranche sowie des Taxigewerbes zwar unterstützen, sie greife aber zu kurz, so die Ministerin. „Aufgrund der kleinteiligen Betriebsstruktur mit in der Regel wenig Beschäftigten und oft hohem Investitions- und Finanzierungsbedarf für Fahrgeschäfte oder für Bühnentechnik kann die Überbrückungshilfe die Betriebe nicht vor der Insolvenz sichern. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass wir hier eine passgenaue Lösung finden und die bislang bestehenden Förderlücken schließen. Das ist uns gelungen: Durch den direkten Tilgungszuschuss können wir sie wirkungsvoll entlasten.“

 

Historische Konzertorgel vom Jahrmarkt

Was gibt es konkret an Geld?

Das Wirtschaftsministerium schreibt: „Der Tilgungszuschuss Corona fördert von der Jahrestilgungsrate 2020 des antragstellenden Unternehmens einmalig die Hälfte mit einem Satz von 80 Prozent. Förderfähig sind dabei die nach den Regeltilgungsplänen im Jahr 2020 anfallen-den Tilgungsraten ab Bewilligung von Krediten. Die maximale Förderung mit dem Tilgungszuschuss beträgt 150.000 Euro je Antragsteller. Antragsberechtigt sind Unternehmen, einschließlich Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb mit Unternehmenssitz in Baden-Württemberg aus den Wirtschaftsbereichen der Schausteller und Marktkaufleute, Veranstaltungs- und Eventbranche und Taxiunternehmen.“

„Wir wollen arbeiten, keine Almosen“

Unter diesem Slogan liefen die großen Demos der Schausteller, zuletzt in Stuttgart. Und diese Forderung konnte leider von Seiten der Landesregierung noch nicht erfüllt werden. Die FDP in Ba-Wü und auch der Liberale Mittelstand, dem Schausteller angehören, fordern deshalb schnell Konzepte für 2020 zu genehmigen, ungeachtet der weiteren Pandemie-Entwicklung. Dr. Thilo Scholpp, LIM-Landesvorsitzender: „Die Schaustellerverbände haben Ideen vorgelegt für Herbstmärkte, dezentrale Budenplätze, abgesperrte/kontrollierte Pop-up-Freizeitparks. Hier könnte das Land bzw. könnten die Kommunen sofort an die Planung gehen, um Schaustellern, Marktkaufleuten und Festzeltwirten neue Perspektive zu geben.“

Parallel, so Scholpp, muss über Weihnachts- und Adventsmärke und öffentliche Weihnachtsaktionen entschieden werden. Erste Städte in Baden-Württemberg haben entsprechende Traditionsveranstaltungen leider schon abgesagt, andere wollen es Corona-konform neu wagen. Das Weihnachtsgeschäft bildete bislang für das Schausteller- und Eventbusiness ebenfalls einen wichtigen Baustein für Umsätze.

 

Regionales KI-Lab Nordschwarzwald gegründet. Netzwerke und Veranstaltungen in Pforzheim, Nagold und Horb geplant

KI (Künstliche Intelligenz) ist ein relevanter Baustein für die digitale Transformation und von zunehmender Bedeutung auch für die Unternehmen der Region Nordschwarzwald. Zur Stärkung der regionalen Wirtschaft bringt die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) mit dem KI-Lab Nordschwarzwald eine regionale Anlaufstelle für Künstliche Intelligenz auf den Weg. Das KI-Lab wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg mit insgesamt 100.000€ gefördert.

Hochschule Pforzheim mit im Boot

Erklärtes Ziel des KI-Labs ist es, in der Region die Künstliche Intelligenz als eine Schlüsseltechnologie für die Wertschöpfung der Zukunft zu fördern. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in der eher ländlich geprägten Region Nordschwarzwald sollen das Potenzial von KI erkennen und für konkrete Einsatzmöglichkeiten in ihrem Umfeld sensibilisiert werden. „Tatsächlich benutzen wir mittlerweile täglich viele verschiedene KI-Anwendungen, wissen dies aber gar nicht. Das sollte sich schnell ändern“, so Prof. Dr. Thomas Schuster, der seit April 2016 an der Fakultät für Wirtschaft und Recht der Hochschule Pforzheim tätig ist und die wissenschaftliche Leitung des KI Labs inne hat. Schuster forscht und lehrt im Bereich Software-Engineering und beschäftigt sich unter anderem mit Methoden und Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens.

KI für viele Branchen ein Thema

In der Region Nordschwarzwald bekannt für seine KI-Kompetenz ist auch Carsten Kraus, Gründer und Geschäftsführer der Omikron Data Quality GmbH, die sich mit ihrer KI basierten FACT-Finder Suchtechnologie vom Start-Up zum europäischen Marktführer entwickelt hat. Kraus gilt als KI Vordenker und Innovator, forscht aktiv im Bereich der künstlichen Intelligenz und meldet regelmäßig Patente dazu an. Im KI Lab bringt er sein Fachwissen für die Region Nordschwarzwald ein und skizziert das erklärte Ziel des Projekts: „KI wird in allen Branchen große Veränderungen bewirken, daher sollten sich alle Unternehmer mit KI-Themen auseinandersetzen“.

Regionaler Digital Hub an drei Standorten Pforheim, Nagold und Horb

Von hohem Mehrwert ist die enge Verknüpfung des KI Labs mit dem Digital Hub Nordschwarzwald, der als regionale Anlaufstelle für Digitalisierungsthemen das KI-Projekt an seinen drei Standorten Pforzheim, Nagold und Horb integriert und digitale Fachkompetenz aktiv an die Zielgruppen herantragen wird. „Mit dem KI-Lab gewinnen wir Expertise einer Schlüsseltechnologie, von der unsere regionalen Unternehmen profitieren werden“, so Lukas Waidelich, Projektleiter des Digital Hub Nordschwarzwald und ebenfalls Teil des Projektteams. Das KI- Lab nutzt so die bereits geschaffenen Netzwerkstrukturen des Digital Hubs und kann seinen Fokus verstärkt auf inhaltliche Fragestellungen ausrichten.

Veranstaltungen für Unternehmer geplant

Projektträger des KI-Labs Nordschwarzwald ist die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald. WFG Geschäftsführer Jochen Protzer und KI Lab Referentin Inga Ludwig zeichnen für die Gesamtkoordination verantwortlich. „Wir freuen uns über die Förderzusage und das damit verbundene Vertrauen des Wirtschaftsministeriums in unsere Wirtschaftsregion. Unser Ziel ist es, das Thema KI voranzutreiben und die KI-Kompetenz der Region Nordschwarzwald sichtbar zu machen und zu steigern“, ergänzt Jochen Protzer. In den kommenden Monaten wird das KI Lab Nordschwarzwald mehrere Veranstaltungsformate zu unterschiedlichen Themen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz anbieten.

Weiterführende Informationen unter www.nordschwarzwald.de als auch auf den Social Media Kanälen des KI-Labs Nordschwarzwald. Ansprechpartner ist Inga Ludwig. Sie steht für weitere Informationen gerne unter 07231/154 369-34 oder via Mail unter ki-lab@nordschwarzwald.de zur Verfügung.

Carsten Kraus (CEO Omikron Data Quality GmbH und KI-Experte), Prof. Schuster (HS Pforzheim), Inga Ludwig (KI-Lab Referentin WFG), Lukas Waidelich (Leiter Digital Hub Nordschwarzwald), Jochen Protzer (Geschäftsführer WFG), v.l.n.r

(Copyright Foto: WFG)