Vorteil BW: zweites Corona-Hilfspaket des Landes hilft wieder vor allem Mittelstand und Solo-Selbstständigen

Wie gut, dass unser Bundesland zur Topliga in Deutschland zählt und solide Landesfinanzen aufweisen kann. So konnte die Haushaltskommission (HHK) des Landes in den vergangenen Tagen auch ein zweites großes Hilfspaket freigeben, um Existenzen zu sichern, Insolvenzen zu vermeiden und die Strukturen in Baden-Württemberg zu erhalten. Umfang: 1,5 Milliarden.

Mit Direkthilfen für kleinere Unternehmen und Solo-Selbständige hat Baden-Württemberg bereits zu Beginn der Krise schnell einen ersten Schutzschirm für den Mittelstand aufgespannt. Betroffene konnten die Direkthilfen schon kurz nach den verordneten Schließungen beantragen.

Über zwei Milliarden Soforthilfe bereits ausbezahlt

Bis heute hat die L-Bank fast eine Viertelmillion Anträge bewilligt und mehr als zwei Milliarden Euro an Hilfe ausgezahlt. Mit verschiedenen Instrumenten unterstützt die Landesregierung die Wirtschaft im Land weiter: Mit Bürgschafts- und Kreditprogrammen für den Mittelstand. Mit Steuererleichterungen wie Stundungen und Verrechnungen. Mit speziellen Hilfen für unsere Start-ups. Und mit einem Beteiligungsfonds in Höhe von einer Milliarde Euro.

Dies ist aber aus Sicht der Landesregierung und Mittelstands-Experten nur ein Zwischenerfolg. Wir als Liberaler Mittelstand Baden-Württemberg sehen es genauso. Denn auch wenn Geschäfte, Dienstleister und Restaurants wieder schrittweise öffnen, ist klar, dass das erste Hilfspaket nicht ausreicht.

Strukturen bewahren, Firmenübernahmen durch Externe vermeiden

Deswegen hat sich die Haushaltkommission am 19. Mai darauf geeinigt, ein zweites Hilfspaket mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro nachzulegen. „Damit werden wir Existenzen sichern, Insolvenzen verhindern, Arbeitsplätze erhalten und Strukturen bewahren“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach Abschluss der Gespräche. „Wir nehmen weitere 775 Millionen Euro Landesmittel in die Hand, um die finanziellen Direkthilfen für kleinere Unternehmen und Solo-Selbständige aller Branchen fortzuführen“, konkretisierte Kretschmann.

Die Direkthilfen hätten sich bewährt. Das Land konnte damit viele Unternehmen vor der Pleite retten. Aber viele sind noch nicht über den Berg, da sie weiter keine oder geringere Einnahmen haben. Dies betrifft etwa den Messebau, Künstlerinnen und Künstler und das Schaustellergewerbe. Auch bei vielen anderen Unternehmen ist trotz erster Öffnungen noch lange nicht Business-as-usual. Daher verlängert Baden-Württemberg die Soforthilfen um weitere drei Monate.

Kreditprogramm mit Tilgungszuschuss

Die Liquiditätsbrücke ist eine weitere Hilfe: Sie ist ein gut durchdachtes und von der L-Bank bereits vorbereitetes Kreditprogramm mit Tilgungszuschuss. „Auch damit unterstützen wir gezielt kleinere und mittlere Unternehmen, denen ihre Einnahmen wegbrechen, während ihre Kosten weiter laufen. Sie sind auf Kredite angewiesen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Der Tilgungszuschuss wirkt wie Eigenkapital und macht es den Hausbanken deutlich leichter, die Kredite zu gewähren“, so Winfried Kretschmann. Mit den Liquiditätsbrücken bekommen die Unternehmen nicht nur Hilfe in der Krise, sondern sie sorgen auch dafür, dass die Unternehmen danach wieder leichter durchstarten können.

Tipp: Alle Förderprogramme und Soforthilfen können Mittelständler über die Webseite des Wirtschaftsmininisteriums sowie über die örtlichen IHKs und Handwerkskammern abrufen.